Kundengewinnung: vom Kaltakquise-Anruf zum Social Selling

Lernen Sie alles über Kundengewinnung: von Kaltakquise und Social Selling bis hin zu Inbound-Marketing. Praxisnahe Methoden für den niederländischen B2B-Markt.
Geschäftstreffen bezüglich Akquisitions- und Verkaufsstrategie

Die Neukundengewinnung ist für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Doch für viele Fachleute haftet dem Begriff „Neukundengewinnung“ ein negativer Beigeschmack an. Bilder von aufdringlichem Telefonmarketing oder unerwünschten E-Mails kommen ihnen in den Sinn. Das ist schade, denn erfolgreiche Neukundengewinnung fühlt sich nicht wie Verkaufen an. Es geht vielmehr darum, Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die von Ihrem Angebot profitieren.

In diesem Artikel decken wir das gesamte Spektrum der Kundengewinnung ab. Von Kaltakquise bis Social Selling, von Networking bis Inbound-Marketing. Sie erfahren, welche Methoden zur Verfügung stehen, wann welche am besten geeignet sind und wie Sie die Kundengewinnung fest in Ihre Vertriebsstrategie integrieren. Keine Verkaufsmaschen, sondern bewährte Techniken, die im niederländischen B2B-Markt funktionieren.

Was ist eine Akquisition?

Akquise bezeichnet die aktive Gewinnung neuer Kunden oder Aufträge. Der Begriff stammt vom lateinischen „acquirere“ (erwerben) und umfasst alle Aktivitäten, die Sie unternehmen, um potenzielle Kunden zu identifizieren, anzusprechen und von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Es gibt zwei Hauptformen des Erwerbs:

  • Kaltakquise (ausgehende Anrufe): Sie sprechen potenzielle Kunden an, die Sie noch nicht kennen. Denken Sie an Kaltakquise per Telefon oder E-Mail, an Messebesuche oder an das Versenden von LinkedIn-Nachrichten an Unbekannte.
  • Warmakquise (eingehend): Interessenten kommen zu Ihnen, beispielsweise über Ihre Website, Content-Marketing, Empfehlungen oder Netzwerkveranstaltungen. Sie sprechen Personen an, die bereits Interesse gezeigt haben.

In der Praxis ist eine Kombination aus beidem am effektivsten. Warmakquise liefert qualitativ hochwertigere Leads, während Kaltakquise Ihnen mehr Kontrolle über Umfang und Tempo Ihrer Pipeline ermöglicht.

Kaltakquise: Immer noch relevant?

Kaltakquise hat einen schlechten Ruf, ist aber nicht tot. Sie hat sich verändert. Die alte Methode (Anrufe an eine Liste mit einem Standardskript) funktioniert tatsächlich nicht mehr. Die neue Methode (gezielte Anrufe basierend auf Recherchen, mit einer relevanten und persönlichen Geschichte) führt definitiv zu Ergebnissen.

Untersuchungen der Rain Group zeigen, dass 82 % der Käufer nach einem Kaltakquise-Anruf bereit sind, einen Termin zu vereinbaren, sofern der Verkäufer relevant ist und einen Mehrwert bietet. Das Problem liegt nicht im Vertriebskanal, sondern in der Vorbereitung.

Tipps für erfolgreiche Kaltakquise:

  • Mach deine Hausaufgaben. Prüfen Sie vorab das LinkedIn-Profil Ihres potenziellen Kunden, die Unternehmenswebsite und aktuelle Nachrichten. Erwähnen Sie in Ihrer Einleitung etwas Konkretes.
  • Beginnen Sie mit dem Thema, nicht mit Ihrem Produkt. Beginnen Sie mit einer Beobachtung oder Frage, die für den potenziellen Kunden relevant ist. Nicht: „Wir bieten Managementtrainings an.“ Sondern: „Ich habe gesehen, dass Ihr Team im letzten Jahr deutlich gewachsen ist. Wie läuft die Einarbeitung der neuen Führungskräfte?“
  • Bitten Sie um zwei Minuten, nicht um eine Stunde. Ziel eines Kaltakquise-Anrufs ist nicht der Verkauf, sondern die Vereinbarung eines Termins. Halten Sie das Gespräch kurz und respektieren Sie die Zeit Ihres Gesprächspartners.
  • Nein als Antwort akzeptieren. Nicht jedes Gespräch führt zu einem Termin. Das ist völlig in Ordnung. Ein professionelles und respektvolles Gespräch hinterlässt einen guten Eindruck, auch wenn es nicht sofort passt.

Social Selling: Kundengewinnung über LinkedIn und soziale Medien

Social Selling bezeichnet die Nutzung sozialer Medien (vorwiegend LinkedIn im B2B-Bereich), um Beziehungen zu potenziellen Kunden aufzubauen. Es ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, sondern ergänzt ihn wirkungsvoll.

Im Kern des Social Selling geht es darum, Sichtbarkeit und Autorität aufzubauen. Sie teilen Ihr Wissen, beantworten Nachrichten von potenziellen Kunden und positionieren sich als Experte auf Ihrem Gebiet. Bis Sie Kontakt aufnehmen, sind Sie kein Fremder mehr.

Effektives Social Selling in der Praxis:

  • Optimieren Sie Ihr Profil. Ihr LinkedIn-Profil ist Ihre digitale Visitenkarte. Verfassen Sie eine Überschrift, die beschreibt, was Sie für den Kunden leisten, nicht Ihre Berufsbezeichnung. Fügen Sie ein professionelles Foto und eine Zusammenfassung hinzu, die Ihren Mehrwert verdeutlicht.
  • Teilen Sie wertvolle Inhalte. Veröffentlichen Sie wöchentlich einen für Ihre Zielgruppe relevanten Beitrag. Das kann ein eigener Artikel, eine Reaktion auf einen Trend oder ein Beispiel aus der Praxis sein. Es geht nicht darum, etwas zu verkaufen, sondern Ihre Expertise unter Beweis zu stellen.
  • Reagiere und interagiere. Liken und kommentieren Sie Beiträge von potenziellen Kunden. Tun Sie dies mit Substanz, nicht mit einem allgemeinen „Schöner Artikel!“. Bringen Sie sich aktiv in die Diskussion ein.
  • Senden Sie persönliche Verbindungsanfragen. Senden Sie niemals eine Standard-Verbindungsanfrage. Schreiben Sie stattdessen immer eine kurze, persönliche Nachricht, in der Sie erklären, warum Sie Kontakt aufnehmen möchten.

Netzwerke als Akquisitionsinstrument

Netzwerken zählt zu den ältesten und nach wie vor effektivsten Formen der Kundengewinnung. In der niederländischen Geschäftskultur basieren viele Geschäftsabschlüsse auf Vertrauen und persönlichem Kontakt. Dieses Vertrauen baut man bei Netzwerkveranstaltungen, Branchenevents und Geschäftsessen auf.

Viele Berufstätige machen beim Netzwerken den Fehler, sofort verkaufen zu wollen. Das rächt sich. Effektives Netzwerken bedeutet Geben, nicht Nehmen. Helfen Sie anderen, teilen Sie Ihr Wissen, stellen Sie Kontakte her. Der Erfolg kommt später, aber er kommt.

Praktische Networking-Tipps für die Kundengewinnung:

  • Bereiten Sie sich vor. Informieren Sie sich, wer kommt und mit wem Sie sprechen möchten.
  • Stellen Sie Fragen, anstatt Ihre Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Menschen sprechen gern über ihre eigenen Herausforderungen.
  • Melden Sie sich innerhalb von 48 Stunden zurück. Senden Sie eine LinkedIn-Anfrage oder eine E-Mail mit Bezug auf Ihr Gespräch.
  • Seien Sie konsequent. Einmal pro Quartal an einer Veranstaltung teilzunehmen, reicht nicht aus. Machen Sie es sich zur Gewohnheit.

Inbound-Marketing: Lassen Sie die Kunden zu sich kommen

Inbound-Marketing ist eine Kundengewinnungsstrategie, bei der Sie wertvolle Inhalte erstellen, die potenzielle Kunden anziehen. Dazu gehören Blogartikel, Whitepaper, Webinare, Podcasts und Videos. Die Inhalte gehen auf die Fragen und Probleme Ihrer Zielgruppe ein und positionieren Ihr Unternehmen als Experten.

Der größte Vorteil von Inbound-Marketing liegt darin, dass potenzielle Kunden bereits interessiert und informiert sind, wenn sie Kontakt aufnehmen. Dadurch ist die Konversionsrate höher als bei der Kaltakquise. Der Nachteil ist, dass der Aufbau Zeit braucht. Content-Marketing ist eine langfristige Strategie, keine schnelle Lösung.

Die Bausteine ​​einer Strategie zur Kundengewinnung durch Inbound-Marketing:

  • Wissensdatenbank oder Blog. Veröffentlichen Sie regelmäßig Artikel, die die Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten. Optimieren Sie Ihre Seite für Suchmaschinen, damit potenzielle Kunden Sie über Google finden.
  • Lead-Magnete. Bieten Sie wertvolle Inhalte im Austausch für Kontaktdaten an. Ein Whitepaper, eine Checkliste oder eine Vorlage eignen sich gut als Einstieg.
  • E-Mail-Nurturing. Verfolgen Sie Leads mit relevanten E-Mails, die sie in ihrem Entscheidungsprozess weiter unterstützen. Drängen Sie nicht, sondern informieren und inspirieren Sie.
  • Aufrufe zum Handeln. Sorgen Sie dafür, dass der nächste Schritt jederzeit klar ist. Eine kostenlose Beratung, eine Demo, ein Probetraining. Senken Sie die Hürde.

Der Akquisitionsprozess: von der Leadgenerierung bis zum Kunden

Unabhängig von der gewählten Methode folgt die Kundengewinnung stets einem ähnlichen Prozess. Durch die Strukturierung dieses Prozesses verhindern Sie, dass potenzielle Kunden verloren gehen.

Schritt 1: Identifizieren Sie Ihren idealen Kunden

Wer ist Ihr idealer Kunde? In welcher Branche ist er tätig, wie groß ist das Unternehmen, wer trifft die Entscheidungen und vor welchen Herausforderungen steht er? Je genauer Ihr Profil als idealer Kunde definiert ist, desto zielgerichteter ist Ihre Kundengewinnung. Unüberlegte Ansprache führt selten zum Erfolg.

Schritt 2: Leads generieren

Nutzen Sie eine Kombination aus Outbound- und Inbound-Methoden, um potenzielle Kunden zu identifizieren. Unterscheiden Sie zwischen Kaltkontakten (noch kein Kontakt), Warmkontakten (bereits Interesse gezeigt) und Heißkontakten (aktiv auf der Suche nach einer Lösung).

Schritt 3: Kontakt aufnehmen und qualifizieren

Nehmen Sie Kontakt auf und prüfen Sie, ob eine Übereinstimmung besteht. Nicht jeder Kontakt ist vielversprechend. Qualifizieren Sie potenzielle Kunden anhand von Budget, Bedarf, Dringlichkeit und Entscheidungsbefugnis. Konzentrieren Sie Ihre Zeit auf die vielversprechendsten Kontakte.

Schritt 4: Die Beziehung aufbauen

Akquise ist selten ein einmaliges Gespräch. Die meisten B2B-Deals erfordern mehrere Kontaktpunkte. Vereinbaren Sie Folgetermine, senden Sie relevante Informationen und bleiben Sie in Kontakt, ohne aufdringlich zu wirken. Genau hier geben viele Vertriebsmitarbeiter auf, obwohl hier die Abschlüsse erzielt werden.

Schritt 5: Den Deal abschließen

Wenn der Bedarf klar ist, Vertrauen aufgebaut wurde und der Zeitpunkt stimmt, ist es an der Zeit, ein Angebot zu unterbreiten. Machen Sie deutlich, was Sie anbieten, wie hoch die Kosten sind und was der potenzielle Kunde erwarten kann. Lesen Sie auch unseren Artikel über verhandeln für Tipps zum erfolgreichen Geschäftsabschluss.

Strukturelles Problem der Akquisition angehen: ein Akquisitionssystem aufbauen

Die meisten Unternehmen tätigen Akquisitionen intuitiv. In Stoßzeiten wird nichts unternommen, und in ruhigeren Phasen ist es zu spät. Die Lösung: Akquisitionen als Prozess betrachten, vergleichbar mit Einkauf oder Produktion – mit festgelegten Aktivitäten, messbaren Zielen und einem vom Tagesgeschäft unabhängigen Rhythmus.

Elemente eines guten Beschaffungssystems:

  • Wöchentlicher Ankaufsblock. Planen Sie wöchentlich feste Zeiten für die Kundengewinnung ein. Behandeln Sie diese Zeiten als nicht verschiebbar, genau wie Kundengespräche.
  • CRM-Disziplin. Erfassen Sie jeden Kontakt, jeden Lead und jede Folgeaktion in Ihrem CRM-System. Kundengewinnung ohne CRM ist wie Navigation ohne Karte.
  • Pipeline-Management. Wissen Sie jederzeit, wie viele Leads Sie in jeder Phase des Prozesses haben. Wenn Ihre Pipeline versiegt, wissen Sie das Wochen im Voraus und können reagieren.
  • Messbare KPIs. Wie viele neue Leads pro Woche? Wie viele Termine pro Monat? Wie hoch ist Ihre Konversionsrate? Ohne Zahlen können Sie sich nicht verbessern.

Möchten Sie Ihr Team in strukturierter Akquisition schulen? Dann schauen Sie sich Folgendes an: Verkaufstraining von Kenneth Smit für praxisorientierte Programme, die sofort anwendbar sind.

Häufige Fehler bei der Unternehmensübernahme

In unseren Schulungen beobachten wir immer wieder dieselben Fehler. Erkennen Sie einige davon wieder?

Sie wollten zu schnell verkaufen. Bei der Kundengewinnung geht es um Beziehungsaufbau, nicht um den Verkauf von Produkten. Wenn Sie bereits beim ersten Treffen ein Angebot unterbreiten, überspringen Sie wichtige Schritte. Nehmen Sie sich die Zeit, die Bedürfnisse des potenziellen Kunden zu verstehen.

Kein Nachfolger. Die meisten Geschäfte kommen nicht beim ersten Kontakt zustande. Dennoch gibt die überwiegende Mehrheit der Vertriebsmitarbeiter nach ein oder zwei Versuchen auf. Studien zeigen, dass im Durchschnitt fünf bis acht Kontaktpunkte nötig sind, bevor ein potenzieller Kunde zum Kauf bereit ist.

Einfach senden. Wer nur von den Vorzügen seines Produkts spricht, verliert die Aufmerksamkeit des potenziellen Kunden. Stellen Sie Fragen, hören Sie zu und passen Sie Ihre Präsentation dem Gehörten an. Die besten Verkäufer reden weniger als ihre Kunden.

Es wird kein Unterschied gemacht. Nicht jeder potenzielle Kunde ist gleich. Segmentieren Sie Ihre Zielgruppe und passen Sie Ihre Vorgehensweise an. Der Geschäftsführer eines Familienunternehmens benötigt eine andere Herangehensweise als der Einkaufsleiter eines multinationalen Konzerns.

Akquisition im digitalen Zeitalter

Die Art und Weise, wie Käufer Informationen sammeln und Entscheidungen treffen, hat sich grundlegend verändert. Gartner schätzt, dass B2B-Käufer bereits 83 % ihres Kaufprozesses abgeschlossen haben, bevor sie einen Lieferanten kontaktieren. Das bedeutet, dass Sie als Verkäufer viel früher sichtbar sein müssen – durch Content, Social Media und Ihre Online-Präsenz.

Gleichzeitig ist der persönliche Kontakt wichtiger denn je. Gerade weil ein Großteil der Interaktion digital stattfindet, wirkt persönliche Zuwendung umso stärker. Die optimale Kombination ist digitale Präsenz mit persönlicher Nachbereitung. Seien Sie online dort präsent, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält, und machen Sie dann im persönlichen Gespräch den Unterschied.

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FAQ

Worin besteht der Unterschied zwischen Kundengewinnung und Marketing?

Marketing konzentriert sich darauf, Ihre Marke und Ihr Angebot bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Kundengewinnung hingegen beinhaltet die gezielte Ansprache einzelner Interessenten, um diese in Kunden zu verwandeln. Marketing schafft Bekanntheit und generiert Leads; Kundengewinnung wandelt diese Leads in tatsächliche Kunden um. Beide Bereiche ergänzen sich.

Wie viel Zeit sollte ich für die Kundengewinnung aufwenden?

Für die meisten B2B-Experten sind mindestens 20 % der Arbeitszeit ein guter Richtwert. Das entspricht etwa einem Tag pro Woche. Planen Sie feste Zeitblöcke in Ihrem Kalender ein und schützen Sie diese Zeit. Akquise, die Sie nur dann betreiben, wenn es Ihnen passt, führt zu unvorhersehbaren Ergebnissen.

Wird Kaltakquise im Jahr 2026 noch funktionieren?

Ja, vorausgesetzt, man geht es richtig an. Die Zeiten unvorbereiteter Anruflisten sind vorbei. Moderne Kaltakquise ist zielgerichtet, persönlich und basiert auf vorheriger Recherche. Entscheidend ist Relevanz: Rufen Sie nur potenzielle Kunden an, zu denen Sie eine konkrete Verbindung haben und denen Sie einen Mehrwert bieten können.

Wie messe ich den Erfolg meiner Akquisitionsbemühungen?

Messen Sie auf verschiedenen Ebenen: die Anzahl neuer Leads pro Woche, die Anzahl vereinbarter Termine, die Lead-zu-Kunden-Konversionsrate und den durchschnittlichen Auftragswert. Berücksichtigen Sie außerdem die Bearbeitungszeit vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss. Durch die Verfolgung dieser KPIs erkennen Sie Schwachstellen in Ihrer Vertriebspipeline und können gezielte Verbesserungen vornehmen.

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