Das erinnerte mich an das Reiz-Reaktions-Prinzip. Etwas betritt den Raum und fordert eine Reaktion. Wir können frei entscheiden, wie diese Reaktion ausfällt, und sie bestimmt maßgeblich, wie wir uns dabei fühlen. Für den Marathonläufer liegt es daher an ihm, den Schmerz als unerwünschtes Leiden oder beispielsweise als wertvollen Beitrag zum Erfolg zu betrachten. Und für den Freizeitläufer: Sehen Sie den Schmerz als etwas, das Sie in die Opferrolle drängt, oder als freiwillige Entscheidung – ein Opfer, wenn Sie so wollen –, um so lange wie möglich körperlich gesund zu bleiben? Oder noch wichtiger: um so lange wie möglich körperlich und geistig gesund zu bleiben? „Gesunder Geist, gesunder Körper“, wie ein bekannter Sportartikelhersteller als Slogan verwendet.
Darüber hinaus haben wir stets die freie Wahl, wie wir reagieren. Eine positive Denkweise kann dabei sehr hilfreich sein, sowohl für uns selbst als auch für unser Umfeld. Wir alle kennen das Sprichwort: „Das Glas ist halb leer oder halb voll.“ Verschiedene Studien zeigen zudem, dass Menschen, die positiv denken, zufriedener mit ihrem Leben sind als sogenannte Pessimisten. Wer in Fülle denkt, scheint das Leben mit mehr Freude zu erleben, als wenn sein Denken von Mangel geprägt ist. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zukunft gemäß den eigenen Vorstellungen entwickelt, ebenfalls hoch.
Ausgehend von der Prämisse einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden Aussagen wie „Erfolg ist eine Entscheidung“ oder gar „Glück ist eine Entscheidung“ getroffen. Auf den ersten Blick mag dies opportunistisch erscheinen – man stelle sich vor, man wäre todkrank –, doch es trifft den Kern der Sache. Denn wenn die „Reaktion“ nicht nur eine leere Phrase ist, sondern auf tief verwurzelten Prinzipien beruht und in eine persönliche Mission umgesetzt wird, besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Person durch das daraus resultierende Verhalten tatsächlich den angestrebten Erfolg oder das angestrebte Glück erfährt. Darüber hinaus ist es für die Entwicklung dieser Mission unerlässlich, dass sie aus einer klaren Vision von sich selbst und seinem Umfeld hervorgeht und zu ambitionierten und realistischen Zielen führt.
Darüber hinaus geht es laut einigen Verhaltensforschern weniger um den Reiz oder die Reaktion selbst, sondern vor allem um den Raum dazwischen – den Moment der Entscheidung. Basieren unsere Reaktionen auf dem sozialen Spiegelbild oder den Erwartungen anderer, oder entspringen sie einer sorgfältigen Abwägung unserer tieferen Werte, unseres Gewissens und unseres sogenannten Lebensskripts? Genau das wird im Spannungsfeld zwischen Reiz und Reaktion abgewogen.
Im Hinblick auf Entwicklungsprogramme, die auf nachhaltige Verhaltensänderungen abzielen, sprechen wir von persönlicher Führung. Diese lässt sich in Einzelcoachings und verschiedene maßgeschneiderte Trainingskurse integrieren, wobei ich insbesondere auf das Zeitmanagement eingehen möchte. Traditionelles Zeitmanagement konzentriert sich primär auf Effizienzsteigerung. Kurz gesagt: Es geht darum, mithilfe der notwendigen Hilfsmittel, Tools und Programme in kürzester Zeit so viel wie möglich zu erledigen. Die Uhr steht dabei im Mittelpunkt. Wenn die Art der Zeitnutzung jedoch konsequent an dem gemessen wird, was die betreffende Person wirklich für wichtig hält, dann kommt der persönliche Kompass zum Einsatz. In diesem Fall geht es vielmehr um Selbstmanagement. Was im Zwischenraum von Reiz und Reaktion geschieht, bestimmt somit maßgeblich die Lebensqualität. Carpe diem!
Schmerz und die Unterstützung von Menschen beim Wachsen
Im Übrigen besteht der Kern guter Führung darin, das Beste aus den Mitarbeitern herauszuholen. Das beginnt damit, zu verstehen, was jeden einzelnen Teammitglied antreibt und wo seine oder ihre Talente liegen. Nicht jeder wird von denselben Dingen motiviert. Der eine Mitarbeiter wünscht sich Autonomie, der andere sucht Anerkennung, und wieder ein anderer blüht bei neuen Herausforderungen auf.
Als Führungskraft ist es Ihre Aufgabe, diese individuellen Motivationen zu erkennen und Ihre Vorgehensweise entsprechend anzupassen. Ein persönliches Entwicklungsgespräch ist hierfür ein gutes Mittel. Nicht die formale Leistungsbeurteilung, sondern ein offener Dialog über Ambitionen, Bedürfnisse und Möglichkeiten. Teams, in denen sich Mitarbeitende gesehen und gehört fühlen, erzielen nachweislich bessere Ergebnisse.
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